Irina Wittmer
Irina
Wittmer, 1953 geboren, lebt als Schriftstellerin und Radioautorin in Mainz.
Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit jüdischer Geschichte
und Kultur. Für den Südwestrundfunk schrieb sie zu diesem Thema
die Radiofeatures „Und ich höre nicht auf zu fragen – Glanz
und Elend der beiden letzten Synagogen in Mainz“, „Ein Jude
malt Jesus – Die Chagallfenster von St. Stephan zu Mainz“ und
„Auf der Suche nach dem wirklichen Blau – Ein Versuch über
Anna Seghers“. 2005 veröffentlichte sie im Rhein-Mosel Verlag
den Roman „Linda Haselwander“. Darin erzählt sie die Entwicklung
eines schwärmerischen Mädchens zu einer schönen und starken
Frau. Es ist die Geschichte einer eigensinnigen Liebe vor dem Hintergrund
historischer und kultureller Ereignisse des zwanzigsten Jahrhunderts. Ende
2009 erschien im Privatdruck das Buch „Ausflug der toten Bräute
– Acht Begegnungen mit Anna Seghers und dem jüdischen Mainz“.
(Foto: Volker Wittmer)
Veröffentlichungen
- Linda Haselwander, 2005
- Ausflug der toten Bräute – Acht Begegnungen mit Anna Seghers und dem jüdischen Mainz, 2009
Zielgruppe
- Zu „Ausflug der toten Bräute“ bietet Irina Wittmer Lesungen und Diskussionen in den Fächern Deutsch, Geschichte, Religion und Ethik für Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse und in berufsbildenden Schulen an.
Programm
- Irina Wittmer unternimmt den Versuch, sich auf ganz eigene Weise mit der Jüdin und Kommunistin Anna Seghers auseinanderzusetzen. Poesie und Reflexion sind miteinander verwoben. Bewegt von der Frage nach einer aus den Schrecken heraus gewachsenen, jüdischen Urangst, zieht Irina Wittmer eine direkte Verbindung von den Kreuzzügen bis zur Nazidiktatur und der Gewaltherrschaft Stalins. Ihre Fantasie führt zurück in die Kindheit von Anna Seghers in Mainz, begleitet sie ins Exil nach Mexiko und endet mit einem Besuch in Ostberlin.
Lesebeispiel
„Nach seinem Tod 1940 begann für Annas aller Güter beraubte
Mutter das nervenzerreißende Bangen um ein Visum.
Liebes, schrieb sie, brauch ich für Mexiko auch warme Kleider?
Hedwig brauchte gar keine Kleider mehr, denn sie wurde abtransportiert und
kam nie wieder. Statt eines Grabes hat sie nur das Denkmal aus Annas Sätzen,
darauf will ich ein Steinchen legen, dachte ich, als das Reden in mir nicht
aufhörte …“

