Wie organisiert man eine Lesereise über das Pädagogische Zentrum?

» Planung

Die PZ-Stelle plant (meist ein Jahr im Voraus) feste Termine im Rahmen einer Woche mit einem Autor / einer Autorin und schickt eine entsprechende Information an die Schulen der zugehörigen Region. Genauere Angaben finden sich in der später erscheinenden Broschüre.

Ein erstes Informationsblatt über Lebenslauf und veröffentlichte Bücher wird beigefügt und um Rückmeldung bis ca. drei Monate vor der Lesereise gebeten. Etwa sechs Wochen vor der Lesereise werden die Kontaktlehrer und -lehrerinnen zu einem Vorbereitungstreffen eingeladen, bei dem der genaue Ablauf der Reise sowie die teilnehmenden Schulklassen festgelegt werden. Außerdem werden die Bücher des Autors / der Autorin vorgestellt und auf ihren Einsatz im Unterricht hin überprüft, Materialien der Verlage wie Presseberichte, Rezensionen und Autorenposter (soweit vorhanden) werden verteilt. Sowohl die Autoren als auch die Schulen erhalten dann den genau ausgearbeiteten Plan. Da viele Autoren mit der Bahn anreisen, müssen bei der organisatorischen Planung Fahrdienste zwischen einzelnen Schulen und Orten eingerichtet werden, da vor allem im ländlichen Raum kaum öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen. Sinnvoll ist eine Absprache benachbarter Schulen bei der Autorenwahl.

» Durchführung

Eine Autorenbegegnung umfasst etwa zwei Schulstunden und umfasst neben Leseproben ein einleitendes, eingeschobenes oder anschließendes Gespräch, für die meisten Autoren ist die literarische Werkstatt der Schwerpunkt. Fast alle Autoren wünschen eine Beschränkung auf zwei, drei Klassen einer Altersstufe mit ca. 50 - 60 Schülern insgesamt. Ausnahmen müssen vorher abgesprochen werden. Die Räumlichkeit soll eine angenehme Atmosphäre vermitteln. Von der Größe her genügt meist ein Klassenraum, in dem die Tische aus- oder beiseite geräumt wurden. Auch der abgetrennte Teil einer Aula, eine Bücherei oder ein Musikraum sind möglich, oder man geht an einen außerschulischen geeigneten Ort, z.B. in eine Bibliothek. Nicht erwünscht sind große Hallen. Günstig für die Gesprächsrunde ist es, wenn die Stühle im Halbkreis stehen. Nur der Autor / die Autorin braucht als Ablage einen Tisch, auf dem auch Mineralwasser o.ä. bereitgestellt sein sollte. Drei Lesungen am Tag sind durchaus möglich, aber selten an einem Vormittag mit unterschiedlichen Schulen zusammenzufassen, weshalb auch die Möglichkeit einer Nachmittagslesung eingeplant werden kann. Ebenfalls kann eine Abendveranstaltung für Erwachsene, vor allem mit Eltern, geplant werden, bei der der Autor / die Autorin ebenfalls aus ihren Werken lesen, aus ihrer literarischen Werkstatt berichten oder einen Vortrag über Leseförderung halten können - je nach Absprache mit der Schule.

» Finanzierung

Der Autor / die Autorin fordert ein Honorar, das meist zwischen 250 und 300 € pro Lesung beträgt. Manche Autoren reduzieren bei zwei oder drei Lesungen an einer Schule das zweite bzw. dritte Honorar. Da die Reise- und Hotelkosten von ihnen selbst gezahlt werden, muss die Summe der Nebenkosten vorab auf die Schulen verteilt werden, so dass zum Honorar weitere € 60,- bis € 80,- dazukommen. Die Schule zahlt diese Gesamtkosten an den Autor / die Autorin (möglichst in bar oder per Scheck) oder überweist den Betrag an sein / ihr Konto. Hilfen bei der Finanzierung: Das Pädagogische Zentrum verschickt ein Formblatt als Antrag auf Zuschuss beim Ministerium für Kultur, Jugend, Familie und Frauen in Mainz, das ausgefüllt und an das PZ zurückgeschickt oder mitgebracht wird. Die Gelder werden entsprechend einem Jahresetat verteilt, zur Zeit € 50,- pro Lesung. Das PZ schickt die gesammelten Anträge mit dem Leseplan ans PZ nach Bad Kreuznach, und die Schule wird über die Bewilligung des Antrages unterrichtet. Nach erfolgter Lesung soll sie einen kurzen Bericht ans PZ senden (auch ein Zeitungsartikel ist möglich). Weitere Quellen für die Finanzierung können sein der Schuletat, ein Förderverein oder Elternfonds, der Teilerlös eines Schulfestes, der Zuschuss einer Sparkasse, Firma oder Buchhandlung und eine geringe Gebühr von den Schülern (€ 2,- bis € 3,-).

» Inhaltliche Vorbereitung

Die Vorbereitung und Durchführung einer Autorenbegegnung passt zu den Lehrplananforderungen verschiedener Schularten, der Beschäftigung mit Kinder- und Jugendliteratur wird zunehmend Raum gewidmet. Als Inhalte im Unterricht bieten sich an: Die Lektüre eines ausgewählten Textes des Autors oder der Autorin, zum Beispiel als Ganzschrift im Klassensatz (Taschenbuchausgabe): vollständig lesen oder anlesen, um Neugier zu wecken, einzelne Kapitel lesen, als häusliche Lektüre aufgeben und im Unterricht auswerten. Wenn vorhanden, Schulbibliothek einbeziehen. Bei der Auswahl muss die Altersgruppe beachtet werden, für die der / die Autor/in schreibt. Für deren Leseauswahl können Wünsche geäußert werden, müssen aber nicht. So bietet vielleicht die Lektüre eines bestimmten Buches Anlass zu Fragen oder die Klasse will lieber etwas aus einem anderen Werk hören (oder beides). Für den Aufsatzunterricht werden verschiedene Schreibanlässe geboten: Inhaltsangabe, Klappentext, Buchbesprechung, Personenbeschreibung, Interview mit dem Autor o.Ä. Sinnvoll ist eine Auswertung der erfolgten Autorenbegegnung in der Schülerzeitung. Je nach Schwerpunktthemen eines Autors / einer Autorin kann der Deutschlehrer mit anderen Kollegen fächerübergreifend arbeiten; hierfür bieten sich zum Beispiel Themen aus Geschichte, Erdkunde, Biologie oder Religion an, wo das erzählende Sachbuch ebenfalls seinen Platz hat. Im Klassenraum oder der Bibliothek kann eine Plakatwand gestaltet werden - mit Postern, vergrößerten Kopien, Zeichnungen, Schutzumschlägen u.Ä. Je nach Möglichkeit können im Kunstunterricht alternative Umschlagentwürfe oder andere Bilder zu einer ausgewählten Lektüre entworfen werden. Für das Gespräch mit dem Autor / der Autorin können von den Schülern Fragen vorbereitet oder spontan gestellt werden: zur literarischen Werkstatt, zur Person und den Büchern des Autors.

» Inhaltliche Nachbereitung

Wenn keine Lektüre im Voraus gelesen wird, kann dies auch im Nachhinein geschehen, vielleicht sind die Schüler jetzt erst neugierig geworden. Es können weitere Texte des Autors / der Autorin gelesen werden oder Rezensionen seiner Bücher, Berichte oder Interviews für die Schülerzeitung geschrieben oder an die Lokalpresse geschickt werden. Eine Buchhandlung oder Bibliothek kann für weitere Nachforschungen aufgesucht, eine Vorlesestunde festgelegt oder ein Brief an den Autor / die Autorin geschrieben werden. Auch Kritikpunkte können gesammelt und Verbesserungsvorschläge gemacht werden.